Django Unchained

Vom Onguma National Park fahren wir weiter östlich mit Ziel Kaudum Park. Ein langer Weg liegt vor uns. Wir planen in einer Lodge an der Strecke zu übernachten und entscheiden uns für … nennen wir sie doch einfach „Uwe’s Lodge“. Gut ausgeschildert geht es ca. einen Kilometer auf einer Sandpiste von der Hauptstrasse weg. Gut versteckt hinter Bäumen, Sträucher und Büschen erwartet uns eine, auf den ersten Blick saubere und gepflegte Unterkunft. Bereits am Eingang stehen unzählige alte, Requisiten aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Komplett mit Rost überzogene Frontteile von Fahrzeugen, die Kühlerhauben wie ein hungriges Maul weit geöffnet, daraus ragen Blumen und Kakteen, teilweise frisch, teilweise vertrocknet. Der Ausguss einer alten Badewanne, die schräg über der Kopfseite des Pools thront, dient als Einlass für das Wasser. Alles irgendwie zwischen künstlerischer Installation und Schrottplatz. An den Wänden der offenen Bar hängen Fotos in Schwarzweiss, zeigen Menschen aus früheren Zeiten und wollen uns Geschichten erzählen, die keiner mehr kennt. Menschen mit Geschichten, die wohl im Zusammenhang mit den vielen Jagdtrophäen stehen, die zwischen den Bildern unschuldig von der Wand schauen. Die Zeit steht still. Die Bar geht nahtlos in die Rezeption über. Dort steht eine Frau,  Ende 50, in Namibia eingewandert oder auch hier geboren, empfängt uns gleichgültig freundlich. Bis zu unserer Abreise am nächsten Tag sollte sie sich nicht von ihrem Platz zu bewegen. Von dort hat sie alles im Blickfeld. Sie scheint die Chefin zu sein. So benimmt sie sich zumindest gegenüber den zahlreichen Angestellten. Befehl hier, Befehl da.

Wildnis oder Zoo

Fast eine Woche sind wir nun im Etosha Nationalpark unterwegs. Von der exklusiveren Dolomite-Lodge über den einfachen Olifantrus-Campingplatz, der Okaukuejo-Lodge mit seiner beleuchteten Wasserstelle bis zum Halili-Camp (auch mit beleuchteter Wasserstelle) haben wir quer durchs Angebot gekostet. Sämtliche Lodges im Etosha-Park werden durch das NWR (Namibia Wildlife Resorts), eine staatliche Organisation, betrieben. Somit gleichen sich alle Plätze. Die gleichen Safari-Ausflugsangebote, die gleiche Speisekarte, das gleiche Konzept und schliesslich auch überall die gleiche Flexibilität, Zuvorkommenheit, Innovation und Begeisterung - so, wie man es eben von staatlichen Stellen kennt.